Emotionen & Wohlbefinden
10 Gründe um (wieder) Musik zu machen

19. Mai 2009
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Die meisten von uns haben bestimmt irgendwann einmal in ihrem Leben - meist wohl in jungen Jahren - irgendein Musikinstrument gespielt. Vielleicht hat man sogar über längere Zeit gespielt und dann doch eines Tages aufgehört. Warum eigentlich? Fehlende Zeit? Schlechte Musiklehrer? Keine Lust oder Geduld mehr? Die Gründe sind meist nicht wirklich gute Argumente dafür, weshalb das Instrument seit Jahren im Keller steht und gar nicht mehr benutzt wird… Wie auch? Eigentlich gibt es keinen vernünftigen Grund, um das Musizieren aus seinem Leben zu verbannen. Ich habe hier die aus meiner Sicht 10 wichtigsten Punkte zusammengefasst, die dafür sprechen, warum man in jedem Fall wieder, oder auch zum ersten Mal, damit anfangen sollte, sich in irgendeiner Art und Weise musikalisch zu betätigen. Lasst euch davon überzeugen, dass dieses Hobby euch, ohne viel Zeit oder Geld in Anspruch zu nehmen, absolut nebenwirkungsfrei glücklicher, ausgeglichener, zufriedener, ruhiger, kreativer und aufnahmefähiger machen wird!

  1. Ist gut fürs Gehirn
    Es wurde wissenschaftlich erwiesen, dass das Musizieren einen positiven Einfluss auf das Gehirn hat. Beim Spielen der Geige z.B. entstehen im Gehirn neue Nervenverbindungen, die sich mit der Zeit vernetzen, wodurch die für das Gehör und die Fingerfertigkeit zuständigen Hirnregionen besser ausgebildet werden.
    Anders als man vielleicht vermuten könnte, zeigt sich dieses Phänomen nicht nur bei Profimusikern, die mehrere Stunden pro Tag trainieren, und auch das Alter hat nach neuen Erkenntnissen keinen Einfluss: Die Wandlungsfähigkeit unseres Gehirne hält ein Leben lang an! Studien haben gezeigt, dass bei erwachsenen Klavieranfängern schon nach 20 Minuten Übung neue Nevenverbindungen im Gehirn geknüpft werden. Konkret findet eine stärkere Verbindung zwischen den für das Hören, die Sinneswahrnehmung und die Bewegung zuständigen Cortexarealen statt. Mit dem Musizieren kann man also das Gehirn fit halten!
  2. Macht glücklich
    Hier kann man sich wissenschaftliche Grundlagen eigentlich sparen, obwohl es bestimmt auch Studien gibt, die dieses Phänomen belegen und zu erklären versuchen. Am besten ist es, dass ganze einfach mal auszuprobieren und es am eigenen Leib zu erfahren. Aus eigener Kraft schöne Töne und Melodien zu erzeugen macht definitiv glücklich. Macht man das ganze in einer Gruppe, kann sich der Effekt sogar noch verstärken. Eine schöne Überleitung zum nächsten Punkt.
  3. Musizieren verbindet
    „Ah du spielst auch (hier Instrument der Wahl einsetzen)?“. Und schon hat man ein Gesprächsthema. Der Austausch und so vielleicht auch Gelegenheiten um gemeinsam zu spielen und voneinander zu lernen ergibt sich fast automatisch. Das gemeinsame Singen oder Musizieren verbindet und schweisst zusammen.
  4. Besseres Rhythmusgefühl
    Dass man seine rhythmischen Fähigkeiten durch Training verbessern kann, was einem auch bei anderen Aktivitäten, wie z.B. dem Tanzen nützlich sein kann, wird sicher niemand bestreiten.
    Ob sich jedoch durch das Musizieren neben dem Gefühl für den Rhythmus auch ein besseres Taktgefühl einstellt, ist noch Gegenstand laufender Untersuchungen ;-)
  5. WIllenstraining
    Manchmal werden die Töne nicht gleich so erklingen wie man das gerne hätte. Wer dann nicht aufgiebt, sondern hartnäckig dranbleibt bis er das gewünschte Ziel erreicht, wird nicht nur mit schönen Klängen belohnt, sondern hat auch gleich seinen Durchhaltewillen gestärkt und trainiert, was einem in vielen Lebenssituationen nützlich sein kann.
  6. Es braucht gar nicht viel
    Keine Zeit? Kein Geld? Man muss ja auch nicht gleich auf einem Steinway-Flügel beginnen und dazu mehrere Stunden täglich Privatunterricht bei einem berühmten Pianisten buchen. Viele Musikgeschäfte bieten alle möglichen Instrmente zur Miete an. Die monatlichen Kosten halten sich in Grenzen und werden bei einem allfälligen späteren Kauf meistens an den Verkaufspreis angerechnet. Für viele Instrumente gibt es mittlerweile gute Lehrbücher oder Lehrvideos, mit denen man sich viel selbst beibringen kann. Besonders geeignet für den autodidaktischen Unterricht scheint mir das Gitarrenspiel zu sein. Natürlich darf man so keine konzertreife Musikausbildung erwarten, doch das ist ja in unserem Falle auch nicht das Ziel.
    Wem das alles immer noch zu umständlich ist, hat immer noch die Möglichkeit, unter der Dusche zu singen. Kostet nichts und braucht keine zusätzliche Zeit :-)
  7. Entspannung
    Sobald man die Anlaufschwierigkeiten überwunden hat und dazu in der Lage ist gewisse Stücke oder Melodien quasi automatisiert zu spielen wird man feststellen, wie entspannend Musizieren sein kann. Die Finger bewegen sich fast automatisch und es erklingt eine schöne Melodie, man muss sich nicht mehr darauf konzentrieren jeden Ton zu treffen und hat die Gelegenheit sich selbst zuzuhören und zu entspanen.
    Aber auch wer diese Art Flow-Zustand nicht gleich erreicht kann beim Üben abschalten. Sorgen und Alltagsstress bleiben draussen, man konzentriert sich nur auf die Musik.
  8. Gefühle rauslassen
    Trauer, Wut, aber auch Glück und Freude. Lass es raus und zwar an deinem Instrument. Bei Aggressionen so richtig  in die Tasten hauen oder die Gitarrensaiten auf- und abschrummen wirkt und tut erstaunlich gut. Ausserdem trägt niemand einen Schaden davon (ausser vielleicht das Instrument, was es nach Möglichkeit zu vermeiden gilt)
  9. Fördert die Kreativität
    Man muss nicht immer stur nach Noten spielen. Einfach mal improvisieren und sich treiben lassen fördert neben der Entspannung auch die Kreativität. Mir persönlich sind schon viele gute Ideen beim „Rumfiedeln“ gekommen.
  10. Musik anders wahrnehmen
    Wer selbst ein Instrument spielt, wird einen anderen Zugang zur Musik haben. Man achtet eher auf feine Nuancen und versteht was hinter den erklingenden Melodien steckt. Man kann Musik besser bewerten und lernt sie mehr zu schätzen.

Natürlich führt auch der alleinige Konsum von Musik teilweise zu ähnlichen positiven Effekten. Musik hören lässt sich jedoch nicht mit dem selbständig aktiven Musizieren vergleichen. Wer das nicht glaubt, soll es ausprobieren.
Das Schlusswort überlasse ich Mozart: “Ohne Musik wär’ alles nichts.”


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